Was wir lesen – Gastbeitrag von Birgit Hucker

Das Buch „Der Zopf“ von Laetitia Colombani habe ich geschenkt bekommen, von einer lieben Freundin. Ein Roman im kleinen gebundenen Geschenkformat; das Cover hat mich auf Anhieb angesprochen. Ich gebe zu, dass ich Romane, bzw. fiktionale Geschichten nicht oft lese. Dies ist ein Bestseller, auch das interessiert mich nicht wirklich bei der Auswahl eines Buches. Ich finde jedes Buch hat seine Zeit … Auch bei diesem Buch vergingen ca. 2 Wochen, bis ich das Lesen anfing.

Ich habe es in 5 Stunden durchgelesen weil ich nicht mehr aufhören konnte, ständig gespannt wie es weitergeht und das Wichtigste für mich: Es hat eine echte Botschaft. Es ist für mich philosophisch und magisch zugleich. 

Es sind drei Geschichten von besonderen Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Geschichte spielt in Indien, eine auf Sizilien und eine in Kanada. Der Zopf verknüpft (im wahrsten Sinne des Wortes) die unterschiedlichen Leben dieser drei Frauen auf das Innigste.

In Indien kämpft eine mutige Frau für ein besseres Leben ihrer Tochter und opfert dafür ihre Haare. Auf Sizilien rettet die Tochter eines Perückenmachers nach dem Tod des Vaters die Fabrik der Familie mit den Haaren aus Indien, und in der dritten Geschichte einer erfolgreichen Anwältin aus Montreal, die ihren Weg mit der Diagnose Brustkrebs finden muss, ist eine Perücke aus diesem indischen Echthaar ein Rettungsanker für ein neues Leben.

Was für eine Verbindung … faszinierend geschrieben. Zwischen den einzelnen Geschichten ist , wie ein Gedicht, die Entstehung der Geschichte anhand der Entstehung des Zopfes aufgeschrieben.

Ich wünsche mir, dass viele Frauen diese Hymne an die weibliche Kraft, den Mut zur Veränderung lesen und sich berühren und inspirieren lassen. Wir können unsere Sichtweise erweitern und feststellen, dass das Unmögliche möglich werden kann.

Ich kannte die Autorin nicht und, wie gesagt, Romane gehören nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbüchern, hier hat es mich jedoch echt gepackt und am Ende habe ich ein paar Tränen vergossen.

Drei Geschichten so miteinander zu verknüpfen … symbolisch und inhaltlich, das hat mich fasziniert.  Am Ende der Geschichte hatte ich die Vision, dass diese Frauen zusammenstehen und sich umarmen.

Menü