Es kommt etwas Neues auf uns zu…

Wir erweitern unser Programm!

Zum Neuen, das nun entsteht, gehört die sensible Arbeit mit Texten. Anna Lemke und ich haben uns aus unterschiedlichen Perspektiven mit sensitivem Sprachgebrauch auseinandergesetzt.

Interessanterweise waren die ersten Reaktionen auf die Erwähnung von „sensitivem Sprachgebrauch“ meist ablehnend und sehr emotional: Gemaule über political correctness, Gemecker über den Genderstern, Empörung über eine Verhunzung der Sprache, die wiederholte Anmerkung, dass Pippi Langstrumpfs „N*gerkönig“ aus Gründen der literaturhistorischer Korrektheit weiterhin „N*gerkönig“ heißen müsse (btw: dafür gibt es ja z.B. auch historisch-kritische Ausgaben).

Das sagt natürlich zunächst einmal nur etwas über unsere Gesprächspartner*innen aus und nicht über sensitiven Sprachgebrauch. Denn „sensitiver Sprachgebrauch“ meint, so mit Sprache umzugehen, dass latente Ungerechtigkeiten freigelegt und nicht weiter fortgeschrieben werden. Sensitiver Sprachgebrauch macht literarische Texte besser, weil mehr Bedeutungsebenen, komplexere Charaktere, Geheimnis und Klarheit – wie gewünscht – Überraschung und Vergnügen ermöglicht werden. Die Sprache kann Wirkung in den Sprachkulturen entfalten, die eigentlich erreicht werden sollen, und damit auch neue Zielgruppen erschließen. Sensitiver Sprachgebrauch ist nicht zahm und formal korrekt. Er entwickelt Sprache zeitgemäß weiter.

„Schwurstein“ von Werner Pfeil war der erste längere Text, den Anna mit sensitivity reading begleitete. Es war ein inspirierender Prozess zwischen Lektorin und Autor, der beiden viel abverlangte – auch persönliche Nabelschau – und in dem beide deutlich gewachsen sind. Abgesehen davon ist „Schwurstein“ auch ein fesselnder Regionalkrimi, den man ganz ohne Wachstumsabsicht, rein aus Spannungslust lesen kann.

Das Neue, das entsteht und sich im Wirken bereits entfaltet, sind unsere Angebote:

–          Lektorat und Korrektorat: Wir analysieren eure Texte hinsichtlich latent oder offen rassistischer oder sexistischer Sprache und erarbeiten mit euch Formulierungen und Sprachhandlungen, die diese Sprache überwinden und in etwas Stilvolles und Gutes wandeln. Annas Schwerpunkt liegt dabei auf der Belletristik, Mareike ist für Fach- und Sachbuch zuständig.

–          Webinare: Wir bieten Euch ab Ende Juni ein Webinar zum sensitiven Sprachgebrauch, bestehend aus PDFs zum Selbststudium und wahlweise mit Expertinnen-Call.

–          Content zum sensitiven Sprachgebrauch für Unternehmen und Institutionen

–          Bildungs- und Trainingsangebote für Führungskräfte und Lehrende.

Text von Mareike Menne

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