Der erste Pub-Besuch

Wir lieben Irland, keine Frage, aber es ist immer alles „Das erste Mal“. Und so waren wir völlig außer uns vor Freude und Erwartung, als wir endlich in Dublin landeten. Sämtliche Irland-Reiseratgeber hatten wir gewälzt, Touren ausgearbeitet, Sehenswürdigkeiten ausgesucht. Für dieses unglaubliche, vor allem auch Traditionen lebende, Land sind – nebenbei bemerkt- 14 Tage einfach nicht ausreichend um es kennenzulernen. Um es lieben zu lernen, reicht allerdings ein einziger Tag!

Mal abgesehen von der Tatsache, daß Linksverkehr, eintretende Dunkelheit und das Nichtfunktionieren unserer Kreditkarte bei der Autovermietung sogleich nach unserer Landung einen kleinen bitteren Nachgeschmack hinterließen, konnte das unsere Freude auf die kommenden Tage nicht trüben. Wir genossen alles. Das Land, die Menschen, die unfaßbare Natur, einfach jede Minute!

Wir genossen jeden einzelnen Tag und jeder dieser wunderbaren Tage, schenkte uns einzigartige Erlebnisse. Ob es die beinah falsch genutzte Auffahrt auf der Autobahn war, bei der uns ein entgegenkommender Ire freundlich winkend den Weg wies und rief: „The next!!!“ In Deutschland hätte ein wild hupender Stier hinter dem Lenkrad getobt. Oder der Ladenbesitzer, der uns verloren auf dem Marktplatz stehen sah, als wir den Weg zum Bahnhof suchten. Er kam direkt aus seinem Lädchen auf uns zu und fragte freundlich: „You are lost?“ Oh ja, in dem Moment waren wir wirklich verloren! Freundlich und hilfsbereit erklärte er uns den Weg. Ich hätte ihn knutschen können! Ich weiß nicht, wie viele Passanten das in Deutschland in irgendeiner Form registriert hätten! Am beeindruckendsten empfanden wir den Pub-Besuch zu einen Fußballspiel der Iren. Eben noch tosendes Gewimmel im Freisitz, während kurz darauf der Platz wie leer gefegt war. Erstaunt lugten wir in den Pub. Er war brechend voll. Das ganze Städtchen hatte sich versammelt. Es schien ein kleines Volksfest zu sein. Sie fieberten mit den Spielern und dieser Nationalstolz war jedem Einzelnen anzusehen. Als Irland leider das Spiel verlor, brach keine Welle der Wut los. Da wurde dennoch gefeiert. Fröhlich endete der Abend, gesellig und wohltuend. So hatten wir viele neue, einzigartige und berührende Erlebnisse in diesem Land.

Die witzigste (aber auch leicht beschämende) Begegnung ereilte uns, als wir das erste Mal einen Pub besuchten. Obwohl wir uns im Vorfeld einige Reiseratgeber zu Gemüte geführt hatten, hatten wir einen wichtigen Fakt überlesen. Nämlich den, daß man in einem Pub nicht bedient wird, sondern sein Bierchen an der Theke bestellt, bezahlt und sich dann ein Plätzchen sucht. Wir waren vom Tag schon recht geschafft und ließen uns einfach in einem Eckchen eines Pubs nieder. Ich hoffte inständig, daß es hier auch etwas Nahrhaftes zu Essen gab. Der Typ an der Theke ließ sich kaum beeindrucken und erst garnicht blicken. Ich war bereits am Verdursten, als mein Mann meinte, die gingen alle zur Theke und holten sich ihr Bierchen dort selber. Er hatte das Treiben eine Weile beobachtet. Als er aufstehen und es ihnen gleich tun wollte, stand der Barkeeper an unserem Tisch und nahm unsere Bestellung auf. Er behielt uns an dem Abend akribisch im Auge, hatten wir ja die Rechnung nicht sofort bezahlt. Nebenher lief Fußball auf einem Monitor und der Pub füllte sich von Minute zu Minute. Es war wieder einmal ein berauschendes Erlebnis inmitten dieses Völkchens. Zeitweise war die Kneipe so berstend voll, daß man seine Not hatte, sich überhaupt zu bewegen. Wir glauben, der Barkeeper war sehr erleichtert, als wir dann unsere Rechnung endlich an der Theke zahlten. Bei diesem Gewühle, der Lautstärke, der Arbeit hinter dem Thresen und dann noch „unfähigen Touristen“ war das sicher ein anstrengender Moment für ihn. Er hat ihn ausgezeichnet gemeistert und wir hatten wieder mal viel gelernt. Entgegenkommen, Freundlichkeit, Gelassenheit trotz Streß. Die Iren eben – ein Volk zum Verlieben!

Uli & Jacqueline

Heiko Janßen, Lübeck

Friedhof Glendalough: Susanne Schnell, Wächtersbach-Hesseldorf (www.susanne-schnell.de)

Irisches Landbrot

 

450gr Weizenmehl (Typ 405), plus etwas mehr zum Bestäuben.

1 TL Salz

1 TL Backnatron

400 ml Buttermilch

 

Zubereitung:

1) Den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Ein Backblech leicht mit Butter einfetten.

2) Mehl, Salz und Natron in eine Schüssel sieben. Eine Vertiefung in die Mitte drücken und fast die ganze Buttermilch hineingießen.

3) Alles gut mit den Händen (!!!) vermengen. Der Teig sollte sehr weich, aber nicht zu feucht sein. Bei Bedarf noch die restliche Buttermilch zugeben.

4) Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten.

Einen runden Laib (ca. 20 cm Durchmesser) formen.

5) Den Laib auf das vorbereitete Backblech geben und kreuzförmig einschneiden. Das Brot 25-30 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Variation:

Geben Sie für eine fruchtig-süße Variante in Schritt 2 1 EL Feinstzucker, die abgeriebene Schale 1 Orange und 120gr Rosinen zu den trockenen Zutaten.

 

Patrick Süßmeier

Quelle für das Rezept: „Brot – 100 Rezepte“. Köln: Parragon GmbH 2013.